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Es folgt ein ungekürzter Bericht zur Studienfahrt des Leistungskurs Deutsch im Sommer 2004. Als Ziel diente die Hauptstadt des schönen Italiens, Rom. Der Text wurde für das Abi-Buch des Abi-Jahrgangs 2005 (Gymnasium Gonsenheim) geschrieben und wurde im Frühjahr 2005 veröffentlicht.

Es ist Juli, es ist dunkel und bitterkalt ist es auch. Nun stehe ich da an meinem Dachfenster, habe drei Stunden im Lummerland verbracht und genieße die nächtliche Stille. Alle Gemütlichkeit verfliegt, als ich auf die Uhr schaue - fünf Uhr. Morgens, wohlbemerkt - wobei ich "inmitten der Nacht" für angebrachter halte. Ich schleppe mich in die Dusche, säubere mich, werfe mich in Schale und begebe mich mit Sack und Pack ans Auto, um einen Herren namens Achim abzuholen. Nebelig ist es auch, niemand unterwegs. Ich hole ihn ab. Nachdem er ins Auto gestiegen ist, teilen wir überschwingliche Vorfreude, ausgelöst durch den vor uns liegenden, hunderte Kilometer weiten Weg ins fremde Italien. Gelächter, Geschrei, Gesang, hervorgerufen durch Vorfreude und Müdigkeit? Ja, so war es. Wir fahren zurück zu meiner Heimat, entladen den Stahlesel und versuchen uns im Ziehen unserer mitgeführten Taschen. Vor dem ALDI ist Schluss. Wir warten auf Familie Riplinger, personifiziert durch Herrn Riplinger Senior und Herrn Riplinger Junior, die uns zum Flughafen Hahn fährt. Es ist immer noch kalt. Nach zehn Minuten Warten, ein Auto. Der Riplinger ist's - wieder ein Freudenschub. Schnell Gepäck und Zellhaufen verladen, weiter geht die Reise. Keine schöne Reise, so scheint es, als ein träges Stück Fleisch ins Auto fällt. Der Angermeier ist's - ein Knoblauchschub. Wir, die restlichen Insassen, verzeihen ihm, als er zugibt, gestern beim Griechen gewesen zu sein, um den EM-Sieg der Blauen zu zelebrieren. Ouzo en masse und für lau habe es gegeben - das sind zwei Argumente. Er darf nach Knoblauch duften.

Die Zeit vergeht wie im Flug, der Hahn naht. Nach rund einer Stunde Fahrt, ich untertreibe mit Absicht, sind wir am Ziel. Frankfurt-Hahn - auch, wenn Frankfurt die andere Autobahnauffahrt in Mainz gewesen wäre, hier sind wir richtig. Und siehe da, wenige Minuten nach unserem Eintreffen (wir sind die Ersten) taumelt ein Urlaubs-, äh, Kursfahrtsteilnehmer nach dem anderen in die Abflughalle. Auch Joe Green (später ohne Hintergedanken liebevoll Joey Azzurro getauft) und Antonius Schulte, unter der Hand gerne als Pater Pius tituliert, geben sich pünktlich die Ehre. Trotz alledem hat's die Freude nicht leicht, geht doch gerade die Sonne auf. Es ist immer noch kalt. Kurze Zeit später sitzen wir im Flieger. Zuvor mokieren wir uns noch über die Leute, die über das Rollfeld rennen, Stichwort "Freie Platzwahl". Wir sitzen also. Der Flieger hebt ab, wir landen. Eineinhalb Stunden Flug hinter uns, die Tür geht auf, Hitze. 25 oder mehr verdammte Grad Celsius erwarten uns. Uns käsegebräunten Emmentaler, geschmückt von neuzeitlichen Gewändern, die den gesamten Körper bedecken. Transpiration der Stufe 1 macht sich bemerkbar. Die Gruppe holt ihre Koffer vom Band, eilt zum Shuttle-Bus, der ins Stadtzentrum fährt. Klimatisiert ist er, das ist positiv. Gerammelt voll ist er, das ist negativ. Der erste Schock naht: In Rom trägt man grundsätzlich Jeans zur Sommerzeit. Kurze Hosen? Niemals! Wir verstehen nicht, resignieren. Der Bus bringt uns zum Bahnhof, dort warten wir auf die Regionalbusse, die kommen, wann sie wollen. Joey Azzurro weiß Rat, einfach warten. Wir warten

Da kommt ein Bus, es ist unserer. Die Uhrzeit: 9 Uhr morgens, zu denglisch: Rushhour. Auch der Stadtbus ist voller als voll. Kaum betretbar, sozusagen. Und doch schaffen es die 17 Kursfahrtteilnehmer, sich zwischen die wild artikulierenden und scheinbar gar nicht über unseren Besuch erfreuten Italiener zu quetschen. Klar, dass ich, sozial wie ich bin, als letzter einsteige. Stehe direkt am Ausgang, bei jedem Halt: "Schändere" hier, "Schändere" da, bis ich mal kapiert habe, dass "Schändere" - das ist die deutsche Schreibweise - so viel heißt wie, "Wollen Sie aussteigen?". Ich grinse, verneine, mache den Weg frei. Als bei einem Halt die Tür auf Grund der Größe meines Koffers nicht zugehen will, mache ich erstmals eine Begegnung mit der dritten Art. Hände lernen Fliegen, Lippen vibrieren - eine Italienerin ist sauer auf meinen Koffer. Nicht auf mich, denke ich mir. Ich pfeife meinen Koffer zurecht und das Problem ist gelöst - der Bus stinksauer. Ich schäme mich für den Kleidungstransporter. Böses Stück Plastik.

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